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Über uns

Philosophische Wurzeln

Wir Gestalter und Gestalterinnen dieser Website sowie der Veranstaltungen vor Ort in Badenweiler erleben uns selbst als Fragende, nicht als Wissende: „We are askers, not knowers“, wie Fritz Perls es formulierte

Unsere Haltung und unsere Philosophie wurden insbesondere von Laura Perls, der Mitbegründerin der Gestalttherapie, inspiriert. Ihre Texte bieten auch heute noch Halt und Orientierung – wertvolle Reflexionen in den aktuell unruhigen Zeiten des Wandels und der erforderlichen Neuausrichtung. Laura Perls bezeichnet die Gestalttherapie als eine existenziell-phänomenologische Methode, die als solche erfahrungsbegründet und experimentell sei: „Das Erleben in der Gegenwart macht meine Realität aus.“

(Laura Perls: Leben an der Grenze. Stuttgart: Klett-Cotta, 1989, S. 181.)

Existenziell ist dabei die grundsätzliche Entscheidungsfreiheit des Menschen, unabhängig von Vernunft, Gottesbildern oder gesellschaftlichen Normen. Es geht um Verantwortung im Leben und um das Sich-Entscheiden: Dass wir existieren, heißt, dass unsere Existenz eine Erfahrung ist – im Raum, in der Zeit und in einem Körper zu sein; dass wir uns auf das „Hier und Jetzt“ konzentrieren, auf die gegenwärtige Zeit.

Phänomenologisch bedeutet im Kern, sich bewusst den Dingen „selbst“ zuzuwenden, so wie sie sich im unmittelbaren Erleben zeigen – frei von theoretischen Vorannahmen, metaphysischen Spekulationen oder wissenschaftlichen Konstruktionen. Es geht um das subjektive, bewusste Erleben als grundlegende Basis von Erkenntnis.

Laura Perls wies immer wieder auf zwei Philosophen hin, die sie persönlich kannte: „Ja, das Bedeutende mit den beiden ist der Dialog, das Gespräch mit dem, der angesprochen wird … sie sind dem anderen von Mensch zu Mensch begegnet. ‚They influenced me more than any psychologist.‘“

(Laura Perls: Leben an der Grenze. Stuttgart: Klett-Cotta, 1989, S. 178.)

Paul Tillichs Lust an Übergängen, seine Risikobereitschaft, sich auf Neues und Fremdes einzulassen, und vor allem sein Widerstand gegen die Mentalität der Lagerbildungen machten ihn zu einem Philosophen einer „Haltung radikalen Fragens“. „Die Grenze ist der eigentlich fruchtbare Ort der Erkenntnis.“ Er betonte, dass das Dasein an der Grenze – die sogenannte Grenzsituation – voller Spannung und Bewegung ist und zu neuen Erkenntnissen führen kann; dass es gerade die Situationen der Begrenzung und des Übergangs sind, die neue und tiefere Einsichten ermöglichen.

(Paul Tillich: An der Grenze. Stuttgart: Evangelisches Verlagswerk, 1962.)

Martin Bubers philosophische Werke stellen das Thema des Dialogs in den Vordergrund. Sein Hauptwerk trägt den Titel Ich und Du (1923) und behandelt das Verhältnis des Menschen zum Mitmenschen als existenzielles, dialogisches Prinzip.

(Martin Buber: Das dialogische Prinzip. Heidelberg: Lambert Schneider, 1954.)

(Martin Buber: Ich und Du. Leipzig: Insel Verlag, 1923.)

Wir möchten diese digitale Plattform nutzen, um zu analogen Begegnungen und Dialogen von Mensch zu Mensch einzuladen, über uns und unser In-der-Welt-Sein an der Grenze zu forschen und alte wie neue Formate des Miteinander-Seins zu erproben: Experimentieren, Denken, Reden, Spielen, Arbeiten, Feiern, Lachen, Weinen – Menschen unter Menschen sein.

Die Initiatorin

Dr. med. Monika Spahl ist promovierte Internistin und führt eine Privatpraxis für Psychotherapie in Badenweiler am Schlossplatz. Sie arbeitet zudem mit Menschen in Kliniken, Gestalt-Instituten, Firmen und Hochschulen zusammen.

2025 gründete Monika Spahl die Von Mensch zu Mensch Akademie – als Ort der Begegnung und Bildung –, um die Pluralität und Vielfalt von Menschen (Neurodiversität) sowie Kulturen zu erhalten, zu fördern und ein tieferes Verständnis in einer breiteren Zuhörerschaft zu vermitteln. Monika Spahl lebte und arbeitete viele Jahre in Kairo, Damaskus und London, wodurch ihre Arbeit stark von internationalen Erfahrungen geprägt ist.

Als Autorin und Keynote-Speakerin vermittelt sie Bewusstheit für die Beziehung und den Kontakt von Mensch zu Mensch im Vergleich zu Begegnungen mit „beseelten“ Maschinen, die menschliche Intelligenz imitieren. Mit ihrer Gestalt-Haltung und Gestalt-Philosophie zeigt Monika Spahl Wege für Menschen auf, die als „neurodivergent“ nicht nur in Normalverteilungen, sondern auch im täglichen Alltag auffallen, unsere Welt mit ihren Talenten und Erfindungen bereichern und gleichzeitig an einer zunehmend normierten Normalität scheitern.

Sie begleitet Menschen einzeln und in Gruppen, privat wie beruflich, fördert mentale Stabilität, eine tragende Selbstbewusstheit und die Entfaltung individueller Potenziale. Selbst als Lebens-Künstlerin sind ihr „analoge“ Konzerte, Ausstellungen und Lesungen ebenso wichtig wie die Begegnung mit „analogen“ Büchern, die von Schriftstellern, Poeten und Philosophen von Mensch zu Mensch geschrieben und geteilt wurden. Daher wird Monika Spahl auf dieser digitalen Plattform regelmäßig neue Buchfragmente vorstellen, um Lust aufs Lesen, Lust auf Dialog mit den vorgestellten Autoren und Freude am Kontakt mit einem Buch in der Hand anzuregen.

Qualifikationen:
• Internistin, Oberärztin und ehem. ärztliche Leitung in psychosomatischen Kliniken
• Gestalt-Psychotherapeutin tiefenpsychologisch orientierter Psychotherapie
• Ausbilderin für Selbsterfahrung und Gestalt-Begleitung
• Mentorin für Prozessbegleitung, Konfliktmanagement und Lebensgestaltung
• Künstlerin, MA Royal College of Art, London

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